Kriterien für Strafbarkeit und Alltagspausibilität sind zweierlei Dinge

Paragraphenamazone schrieb als Schlußfolgerung des dritten Abschnittes des Eröffnungsbeitrages für diesen blog:

„Mir scheint, nur mit einer solchen Argumentation, die auf dem Unterschied zwischen Wahrscheinlichkeit und Beweis beharrt, läßt sich eine Spaltung der Beschuldigten in einige ‚unschuldige Wissenschaftler’ und einige ‚schuldige Täter’ vermeiden. Und in der Tat ist Wissenschaft – im Sinne dieser oder jener Seite – niemals unschuldig, niemals harmlos – auch wenn die Schuld nicht immer auch eine strafrechtliche ist. Es geht also mit der Unterscheidung von Wahrscheinlichkeit und Beweis nicht darum, eine Unschuldskampagne vorzuschlagen, sondern vielmehr darum, maximalen juristischen Spielraum dafür zu schaffen, daß sich die Gefangenen – falls sie wollen – politisch ‚schuldig’ bekennen können.“ (http://delete129a.blogsport.de/2007/08/13/aamazone-lieber-weniger-pathos-und-mehr-argumente/)

Nunmehr erklärte Verfassungsrechtler Ulrich K. Preuß gegenüber dem Rundfunksender rrb:

„Man muss irgendwo auch […] deutlich machen, dass die Kriterien für die Strafbarkeit andere sind, als die Kriterien einer normalen Alltagszurechnung von Plausibilität, wo man sagt, der hat sich mit dem und dem regelmäßig getroffen, hat sich gedanklich ausgetauscht, am Ende haben sie irgendwo da einen Brandsatz gelegt, ist doch klar, alles irgendwie ein Mischpoke. Aber so geht es nicht, so kann man nicht Strafrecht betreiben, […].“ (Quelle:
http://www.rbb-online.de/_/stilbruch/beitrag_jsp/key=6411406.html).

Vgl. zu diesem Thema auch noch die Beiträge „Um bei der Wahrheit zu bleiben“ / „Wahrheit (2) – (6)“ von Paragraphenamazone unter:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Andrej-H-;art126,2366438