PCE(r) (Spanien): Wir sind für eine breite, offene politische Arbeit, einschliesslich aller legalen Möglichkeiten, die es geben kann


Interview der baskischen Zeitschrift „Nabarra“ mit dem PCE(r)-Generalsekretär Manuel Perez Martinez

Bei indymedia wurde eine auszugsweise Übersetzung eines Interviews, das die baskischen Zeitschrift „Nabarra“ mit dem inhaftierten PCE(r)-Generalsekretär Manuel Perez Martinez führen konnte, veröffentlicht. Eine spanische Version des Interviews ist unter http://www.antorcha.org/carcel/nabarra.htm zugänglich.
Wir möchten darauf hinweisen, dass die Übersetzung augenscheinlich nicht von deutschen MuttersprachlerInnen erstellt wurde. Über die Zusendung einer überarbeiteten, vollständigen und mit den notwendigen Begriffserläuterungen versehenen Übersetzung des Interviews würden wir uns freuen.


Schwerkranke Gefangene aus der PCE(r) erneute ins Krankenhaus eingewiesen

In dem Vorspann zu dem – im folgenden dokumentierten – Interview-Auszug wird auf die Situation der PCE(r)-Gefangenen Fina Gracía Aranburu hingewiesen. Laut http://political-prisoners.net wurde sie am 19. September, nachdem sie einen erneuten Angina Pectoris-Anfall erlitten hatte, der noch schwerwiegender als alle vorhergehenden gewesen sei, vom Gefängnis in ein Madrider Krankenhaus verlegt. Einer der behandelnden Notärzte habe erklärte, dass die Frau sterben können, wenn sie nicht aus der Haft entlassen wird. Ähnlich habe sich bereits 17 Tage vorher ein anderer Arzt, nachdem er die Befunde von Fina Gracía Aranburu gesehen hatte, äußerte.

Aufrufe zur Freilassung von Fina werden von der baskischen Roten Hilfe gesammelt: socorrorojoeh@yahoo.es

Weitere Informationen zur Situation von Fina:

http://www.antorcha.org/carcel/fina.htm
(spanisch)


http://www.antorcha.org/euskar/fina.htm
(katalanisch)

(Ein. delete 129a)

AUSZÜGE AUS EINEM INTERVIEW MIT DEM GENERALSEKRETÄR DER SPANISCHEN KOMMUNISTISCHEN PARTEI (REKONSTRUIERT), MANUEL PEREZ MARTINEZ, MIT DER BASKISCHEN ZEITSCHRIFT NABARRA (Gefängnis Alcalá Meco, 21. September 2007 ) (Orginal unter: www.nabarra.com, Nummer 78; Sept.07)

„Durch die politische Situation in den 70gern gab es in verschiedenen Momenten zahlreiche Spaltungen und seitens unserer Partei kam es zu einer laufenden Kritik der carrillistischen Positionen. Das war fundamental das, was dazu führte, dass eine Reihe ihrer und aus anderen Gruppen stammende, abgespaltene Militante und soziale Schichten sich organisierten und die Partei rekonstruierten. Man kann sagen, ab 1974 begann sich etwas abzuzeichnen, da das Regime sich in der letzten Phase seiner Krise befand. Der Wiederaufbau der Partei war eine voraussetzende Arbeit, die in sehr kurzer Zeit geleistet werden musste“.

Im Jahr 2000 wurden die meisten Mitglieder der Parteidirektion in Frankreich verhaftet, wo sie als Vereinigung von Straftätern verurteilt wurden (Manuel Pérez Martínez lebte 20 Jahre im Untergrund). Zu dieser Situation sagt Martínez, „dass sich zwar im Baskenland gezeigt hat, dass die Bedingungen für politische Arbeit in der Legalität existieren und dass gegenwärtig darum gekämpft wird, diese Eroberungen – denn bei diesen Bedingungen handelt es sich um Eroberungen und nicht um Gratiskonzessionen – zu schützen, aber die PCE(r) befindet sich in einer anderen Situation. In ihrem Fall geht es um den Bertug und Verrat der traditionellen sogenannten Linken. Die sehr junge Partei nämlich wurde weggeworfen und isoliert. Ein Beispiel hierfür ist die Tatsache, dass bei der Amnestie alle baskischen Militanten und sogar einige Carrillisten freigelassen wurde, während die Kämpfer der PCE(r) ins Gefängnis geworfen wurden. Das verunmöglichte uns, jede Chance die sich aufftat um in der Legalität zu arbeiten. Ab diesem Zeitpunkt löschten sie uns aus, inhaftierten uns und begannen uns auf die bestialischste Weise zu vernichten“.

Bei der besagten Amnnestie blieben insgesamt nur 17 Personen in Haft; 12 davon waren Mitglieder der PCE(r). Sie wurden nach Abschluss des Pakts von La Moncloa ins Gefängnis von Carabanchel gebracht, wo man zu ihnen sagte: „So verhält es sich mit dem Pakt, ihr werdet im Gefängnis verschmoren“. Damals wie aktuell gint es Militante der Partei in der Halblegalität, die kriminalisiert, verfolgt, unterdrückt und eingesperrt werden. „Unter solchen Bedingungen, so Martínez, konnte schwerlich in der legalität gearbeitet werden“. Hierbei betont er ausdrücklich, dass er die Bedingungen, die in Euskal Herria/Baskenland geschaffen und genutzt wurden und für die weitergearbeitet wird, als wertvoll und wichtig betrachtet. „Im Gegensatz zu den AnarchistInnen, sagt Martínez, sind wir keine prinzipiellen Boykotteure, sondern wir sind für eine breite, offene politische Arbeit, einschliesslich aller legalen Möglichkeiten, die es geben kann. Unser Problem ist, dass uns nie eine Möglichkeit hierzu gegeben worden ist. Es bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringen wird“.

Dem Spanischen Nationalen Gerichtshof ist es nie gelungen, eine Verbindung der Partei zuden GRAPO nachzuweisen; trotzdem hat er ab den Prozessen in Frankreich mehrere Mitglieder der PCE(r) und der Roten Hilfe International wegen Kollaboration mit und Zugehörigkeit zu einer bewaffneten Vereinigung verurteilt. Martínez: „Diese ganze Serie von Verhandlungen und Prozessen muss als eingebunden gesehen werden in die ultra-reaktionäre Offensive der PP (Ultrarechte Volkspartei), obschon die PSOE (aktuelle „sozialistische Regierungspartei unter Zapatero) von anfang an dabei war und es auch weiterhin ist. Dies ist eine reale Tatsache. Seit der Einführung des Parteiengesetzes/Ley de Partidos (das vorschreibt, dass eine Partei sich eindeutig vom Terrorismus zu distanzieren hat), sind wir keine legale Partei, weil wir niemlas eine gewesen sind; aber wir waren auch nicht illegal. Von diesem Moment an, erklärten sie uns für illegal; das ist etwas noch nie zuvor Dagewesenes. Und als diese illegale Partei beschuldigen sie uns des Terrorismus, weil sie keine andere Anklagemöglichkeiten gegen uns haben. Wir sind nicht aufgrund unserer politischen Aktivität illegallisiert worden, sondern durch dieses Gesetz. Das Gesetzt verwandelt uns in TerroristInnen. Das ist eine Abnormalität. Wir befinden diese Politik, mit der die PP begonnen hat, als einen Rückschritt hin zum ursprünglichen Regime. Die Reaktion auf den 11-M (die Anschläge in Madrid) hat jedoch gezeigt, dass sie so nicht weitermachen können und einen Totalbankrott erleiden werden.

Obwohl sie uns – wie es ihr vorderstes Interesse ist – keine Verbindung zur GRAPO nachweisen können, haben sie uns zu acht Jahren verurteilt. Ihre einzigen Beweise aber sind falsche Pässe und Propagandamaterial. Wenn wir hier unsere Strafe abgeleistet haben, werden sie uns nach dort bringen. Mir persönlich werden sämtliche Aktionen den GRAPO zur Last gelegt und damit die fantastische Konstruktion geschaffen, dass PCE(r) und GRAPO ein und dieselbe Organisation wären. Das und ein Programm, dass uns zugeschrieben wird, ergibt die Erfindung PCE(r)-GRAPO, ein Gebilde, das niemals existiert hat. Das besagte Programm besteht aus dem Guerillahandbuch den GRAPO und den Statuten der PCE(r). Die Guardia Cvivil hat beie Texte miteinander kombiniert, behauptet, es handele sich dabei um das neue Parteiprogramm und mich damit an die Front gestellt.
Die Realität ist, dass nachträglich bei meinen Erscheinen vor dem Nationalen Gerichtshof, vor Garzón (siehe auch: http://de.indymedia.org/2006/02/139196.shtml), Marlaska und anderen Richtern alle Anschuldigungen fallen gelassen und annulliert wurden. Zuerst galt ich als der Verantwortliche der GRAPO und, nun, zusammenfassend, bin ich aktuell dieser nicht länger; was ich bin ist der Generalsekretär der PCE(r). Und sie werden alle Ermittlungsverfahren einstellen oder oder für null und nichtig erklären müssen, denn die Basis, der Generalsekretär der PCE(r) zu sein, genügt aktuell nicht, um mir sämtliche bewaffneten Aktionen der GRAPO zuzuschreiben. Die ursprüngliche Aufstellung hat sich radikal geändert.
Das ist die Sachlage. Wir haben alle Schlachten, kleine juristische Schlachten gewonnen und ich erwarte die letzte grosse Schlacht, bei der es darum geht, dass das Nationalgericht letzlich anerkennt, dass PCE(r) und GRAPO effektiv zwei verschiedene Organisationen sind. Man kann, wie man es bereits getan hat, gegen uns als illegale Vereinigung prozessieren, ja, weil wir hier weiterhin illegalisiert sind. Das ist und war die Kommunistische Partei schon immer; KommunistIn zu sein aber ist gesetzlich nicht verboten; es ist nicht verboten, eine kommunistische oder sozialistische Meinung zu haben. Sollen sie mich dafür verurteilen, dafür dass ich Kommunist bin. Das ist, worauf ich warte:dass sie mich für mein Kommunistsein verurteilen. Ich werde dann zwar nicht derjenige sein, der der Resolution oder dem Urteil applaudiert, aber dann werden die Dinge sehr viel klarer liegen. Dieser Staat ist noch immer ein faschistischer Staat und ich nehme absolut alle Strafen auf mich, die sie mir wegen dieses Motivs aufzuerlegen versuchen“.

Zum Zeitpunkt der Verhaftungen in Frankreich war die Partei in Spanien noch nicht illegal; d.h.alle ab diesem Zeitpunkt gefällten Urteile gemäss dem Konstrukt, PCE(r) und GRAPO seien ein und dasselbe, wie es auch im Fall der linken baskischen Batasuna und der ETA gehandhabt wurde und wird, dienten dazu, das Parteiverbot einzuführen.

Manuel Pérez Martínez zur Baskischen Unabhängigen Linken/Izquierda Abertzale:

„Generell und insbesondere in Hinblick auf diese Epoche, meine ich, dass die Izquierda Abertzale eine grosse Fähigkeit demonstriert…, zunächst eine enorme Verwurzelungen, einschliesslich in den Sektoren der ArbeiterInnen. Das ist sehr wichtig und muss zur Kenntniss genommen werden. Dann zeigte sie Kapizität bei ihrer Vorgehensweise. Sie macht das sehr gut; sie leistet sehr gute Arbeit, indem sie alle Möglichkeiten nutzt. Wir können sehr viel von diesen Erfahrungen lernen.
Aber ich habe auch meine Zweifel und Vorbehalte: Gegenwärtig werden zwei Elemente miteinander verbunden; dabei überwiegt das nationale Element, während Fragen sozialen Charakters eher an die zweite Stelle gerückt werden. Die Klassenfragen müssen jedoch auf den Tisch gelegt werden, dann wird man sehen, was passiert. Ich kann jedoch nicht klar einschätzen, ob dies in der Weise getan werden wird, wie es sein müsste. Das soll nicht heissen, dass ich meine, dass es nicht geschehen wird; nur, dass ich in diesem Punkt nicht klar sehe. Ich denke, dass in der Zukunft viele Konzeptionen und Taktiken erörtert und angewandt werden müssen.
In der aktuellen Situation herrscht der, trotz der Versprechungen Zapateros und all´dieser Leute unveränderte, Plan der Repression. Die Repression ist weiterhin die fundamentale Waffe, die dem Regime, dem spanischen Kapitalismus dazu dient, die Kontrolle über die Situation zu behalten; denn würden sie anders handeln, würde diese ganz offensichtlich ihner Händen entgleiten. Das ist das Herausragende im Panorama der Situation: Die Repression gegen die politische und soziale Bewegung setzt den Akzent des nationalen Charaters dieser Bewegung. Auf diese Weise versuchen sie die Bewegung zu schwächen und ihr, ganz gewiss, jedes Fundament und jede Berechtigung zu entziehen. Das werden sie nicht schaffen, aber sie können diese Waffe der Repression – gegen alle Demonstrationen der Bewegung des Volkes und der ArbeiterInnen – nicht abschwächen; nicht die Repression in den Gefängnissen, der willkürlichen Prozesse, die Folter…Nichts von alledem ist eingeschränkt worden. Es muss weiterhin angeklagt werden.

Ich sehe jedoch in dieser Situation eine sehr klare Alternative, die von der baskischen Unabhängigen Linken aufgetan worden ist. Es gibt keinen anderen Ausweg, als eine radikale Auslöschung des Programms der AznaristInnen, dass sie kampfbereit hielten, um es einzusetzen. Dies würde den totalen Zusammenbruch bedeuten, da wir eine klare und unumstössliche Umwandlung der Republik und eine wirkliche Abrechnung mit den Faschisten aufwerfen würden. Das ist, was getan werden müsste und nicht gemacht wird. Dies zeigt dass gegen sie prozessiert werden müsste; dass die ganze Wahrheit gefordert werden müsste, einschliesslich über die Verantwortlichen für die schweren Verbrechen; Prozesse für die Rückgabe der Rechte und Freiheiten der Bevölkerung, die ihr willkürlich entzogen worden sind und für die Rückgabe der Volksgüter, die konfisziert oder geraubt wurden…, damit ist alles gesagt: Eine warhaftige Republik, die dieser langen und schwarzen Nacht des Faschismus ein Ende setzt.

Wenn die aktuelle Regierung ihre Versprechungen nicht erfüllt, kann es jedoch geschehen, dass die Faschisten werden von Neuem aufstehen. Das wäre die Hekatombe für das Regime, für die Monarchie, für den spanischen Staat und bedingen, dass die Frage des Widerstands in den Vordergrund gerückt werden müsste: Zerstörung des faschistischen Staats und die Wiederherstellung der Volksrepublik, mit allem, was dies mit sich bringt. Das heisst ohne Zweifel Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der vom spanischen Staat unterdrückten Völker. Eine Zwischenlösung, d.h. eine Form von Kompromiss, wie sie von der Izquierda Abertzale vorgeschlagen wurde, erscheint mir sehr intelligent und gerecht: Eine zweite Transición (Übergang zur Demokratie); denn die erste, ist keine gewesen. (siehe auch: Die Lügen der Transición, in Spanisch: http://www.espacioalternativo.org/node/2183). Auch wenn wir für den Sozialismus und den Kommunismus stehen, haben auch wir – da diese für uns keine Frage des Augenblicks ist – dieses demokratischen Programm in den Raum gestellt. Wir vertreten die Minimalforderungen der Volksbewegung. Damit (mit der Realisierung des demokratischen Programms) würden viele Probleme gelöst und ein relativer Friede, aber ein Friede, erreicht werden. Wir wissen nicht, wie lange das dauern wird, aber das liegt nicht an uns“.

SITUATION DES KOLLEKTIVS DER POLITISCHEN GEFANGENEN DER PCE (r).

„Wir sind, so Manuel Pérez Martínez, praktisch in derselben Situation wie die baskischen, politischen Gefangnen. Tatsächlich gibt es in allen Gefängnissen Leute von beiden, obgleich wir sehr wenige sind. Es wird uns nicht erlaubt, zusammenzusein. Vor kurzem wurden zwei Genossen hierhergebracht und sofort ausser Reichweite und auseinander verlegt. Wenn sie uns innerhalb eines Gefängnisses getrennt halten, können wir weniger Druck ausüben. Auch geniessen wir nicht dieselbe öffentliche Unterstützung, wie die baskischen Gefangenen. Natürlich haben wir die Unterstützung unserer ParteigenossInnen und anderer Solidarischer, aber es ist nicht dasselbe. Das bedeutet, dass unsere Lage etwas schlechter ist und dass wir tatsächlich die Unterstützung von baskischer Seite auf die eine oder andere Weise untereinander teilen.

Was die ausstehenden Prozesse angeht, bleibt abzuwarten, was passiert. Wir werden uns nicht fügen, auch wenn man uns weiterhin unter Druck setzt. Wir werden das Parteiengesetz in keinster Weise akzeptieren; da können sie machen was sie wollen. Wir werden uns nicht in dem einschränken, was wir sind. Wenn irgendwelche Veränderungen geschehen sollen, so müssen sie aufgrund unserer eigenen Initiative erfolgen und nicht nach dem Diktat der Faschisten. Wenn dies nicht geschieht, bestehen wir weiter, worauf wir immer bestanden haben. Wir sind auf alles vorbereitet, sowohl auf das Schlimmste, wie auf das geringere Übel.

DIE PCE(r) SELBST FÜHRT KEINEN BEWAFFNETEN KAMPF, ABER SIE LEGITIMIERT IHN…

“ Es war der Plan der Regierung, unsere Partei über das bereits genannte Konstrukt PCE(r)-GRAPO zu den terroristischen Gruppen hinzuzufügen. Aber unsere Partei hat im Verlauf von mehr als 30 Jahren demonstriert, dass sie diesem Gebilde nicht entspricht. Überdies belegen zahlreiche Gerichtsentscheide die organische, ideologische und praktische Getrenntheit von PCE(r) und GRAPO und es existieren noch immer keinerlei Beweise für diese angebliche Verbindung.

Das Problem ist, und das ist, was ich verteidigt habe und weiterhin verteidigen werde, dass es darum geht, unser Recht auf Widerstand geltend zu machen; aber nicht nur als das Recht unserer Partei, sondern des gesamten, unterdrückten Volkes, sich gegen die Unterdrückung zu verteidigen. Dies ist ein generelles, demokratisches Recht, das in der Universellen Menschenrechtserklärung anerkannt ist. Jede demokratische, bürgerliche Verfassung beinhaltet dieses Recht auf Widerstand gegen Tyrannei, sei es eine feudalistische oder der moderne, faschistische Monopolismus. Dies ist ein uneingeschränktes Recht und als solches verteidigen wir es.

In einem Land wie dem spanischen Staat, indem ein faschistisches Regime existiert hat und, wenig reformiert, weiterexistiert, ist Widerstand in allen seinen Formen, nicht nur der bewaffnete, legitim. Es ist nicht so, dass wir diesen legitimieren, er legitimiert sich von selbst. Durch die Tatsache der Existenz eines Terrorregimes ist jede Form gegenüber den terroristischen Mächtigen legitim. Das ist, was wir dazu sagen. Wir fügen uns in diesen Widerstand und nehmen auf unsere Weise und mit unseren Mitteln an ihm Teil.

Das ist von grosser Wichtigkeit; es ist ein Prinzip, das heute und für immer klar sein muss, wenn wir nicht den faschistischen Staatsstreich von 1936, mehr als 40 Jahre offenen (Staats-)Terrorismus und das, was die Faschisten morgen vorhaben, rechtfertigen wollen. Das ist sehr wichtig. Es ist der Schlüssel aller Probleme, die wir mit dem Staat haben: Die Anerkennung, dass es ein faschistisches Regime gegeben hat, das weiter aufrechterhalten wird und dass der Widerstand des Volkes dagegen legitim war.
Diese Anerkennung ist die einzige Garantie dafür, dass wir, wenn die Faschisten morgen zurückkehren, den Widerstand fortsetzen und sie vernichten können. Das ist grundlegend und uneinschränkbar. Das ist wofür wir streiten. Wir streiten uns nicht um einen Leitsatz oder eine Verbesserung. Das ist eine funfamentale Frage von Prinzipien. Es ist das Recht der Völker/Bevölkerungen, sich gegen die Tyrannei zu verteidigen, denn andernfalls legitimieren wir die Faschisten. Dann müssten wir sagen, alle die in der Gosse, auf der Strasse und in den Strassengräben leben, sind dort gut aufgehoben und müssen dort weitermachen und alles, was den Versuch einer Verbesserung oder der Verteidigung eines Rechts unternimmt, muss in denselben Löchern verschwinden und dies keiner Sichtweise nach akzeptabel. Sie werden uns unter keinen Umständen dazu bringen, von diesen Prinzipien abzuweichen. Das ist die Problemstellung.

Es gibt hierzu noch andere wichtige Fragen: In meinen Erklärungen vor dem Nationalgericht, vor Garzón und Marlaska, habe ich als sie fragten: „Sie sagen also, dass Sie nichts mit den GRAPO zu tun haben?, geantwortet: „Das eine Lüge. Wie sollten wir nichts mit ihnen zu tun haben? Natürlich haben wir mit ihnen zu tun, und zwar viel. Unsere Militanten sind bei den GRAPO. Was nicht exsistiert ist eine organische Verbindung; es gibt keinen Operationsplan. Sie werden niemals einen gemeinsamen Leitspruch nachweisen können, weil er nicht existiert. Ich habe mit den Militanten der GRAPO gesprochen und sagte zu ihnen: Von jetzt an ricxhtest du dich nicht mehr nach den Regeln der Partei. Das ist deine eigene Entscheidung, du kannst gehen, wohin du willst. Und wenn du weiterhin KommunistIn bist, werden wir Dich als KommunistIn anerkennen; aber indem Moment, indem du dich einer Organisation diesen Typs anschliesst, brichst du dich organische Verbindung mit der Partei, denn dieser hast du dich verpflichtett; so ist es gebilligt und es gibt Dokumente, die das belegen. Und wiir werden diese Verbindung niemals einschränken.

Dann gibt es noch den familiärn Aspekt. Würde ich meinen Bruder denunzieren, weil er in einer bewaffneten Widerstandsorganisation ist? Würde ich nicht ihm reden? Dieses Problem existiert im Baskenland in hunderten von Familien. Und ich mache es ebenso. Wollen sie, dass ich mit jenen kollaboriere, die meinen Bruder verfolgen? Mit diesem Absurdum versuchen sie uns bis in die Familien hinein zu spalten und zu zerstören. Alle Welt soll die famose Isolierung der Gewalttäter auf deren Seite anwenden. Ich werde nicht meine direkten, politischen und ideologischen Verbindungen einschränken, niemals.
Ich versichere, dass man weder mir noch sonst jemandem von der Partei eine bewaffnete Aktion zuschreiben kann. Von daher und trotz all´ ihrer Anstrengungen hierfür, sehen sie sich mit ihrem versagen konfrontiert.

Ich zitiere Lenin: „Erobern wir die Freiheit der Selbstbestimmung zurück“.
Das heisst die Unabhängigkeit, d.h. die Freiheit der Separation für die unterdrückten Nationen. Nicht weil wir dem ökonomischen Fraktionalismus Echo geben oder dem Ideal der kleinen Staaten, sondern weil wir grosse Staaten wollen; weil wir die Annäherung und die Fusion der Nationen wünschen, aber auf einer tatsächlich demokratischen und tatsächlich internationalistischen Basis. Etwas das nicht konzepierbar ist, ohne die Freiheit der Separation.

In diesem Sinne unterstützt die PCE(r) nicht nur ein Referendum zur Unabhängigkeit des Baskenlandes, sondern arbeitet dafür. „Das Prinzip der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit ist das, wofür wir, neben allen übrigen Prinzipien der demokratischen Politik, auf dem gesamten spanischen Territorium kämpfen. Dieses Prinzip ist unsere Forderung und unser Atem. Dem habe ich nichts hinzuzufügen“.
http://barcelona.indymedia.org/newswire/display/317915/index.php

Sehr gekürzte Übersetzung: tierr@

Videos (das erste rechts z.B. in Reihe zwei über Hungerstreik :
http://stage6.divx.com/PCE-r

Links:
Spanien und die Folter/Teil 1 – 5
http://de.indymedia.org/2007/02/167931.shtml
http://de.indymedia.org/2007/02/167927.shtml
http://de.indymedia.org/2007/02/168229.shtml
http://de.indymedia.org/2007/02/168357.shtml
http://de.indymedia.org/2007/02/168851.shtml

FIES – das spanische Foltersystem
http://de.indymedia.org/2004/09/92520.shtml
http://de.indymedia.org/2004/09/92518.shtml
Spanien: „Neuauflage“ von FIES §
http://de.indymedia.org/2006/06/150044.shtml

ACHTUNG:

Die deutsche Übersetzung des Buches über die Einführungsphase von F.I.E.S. ,“Huye,hombre,huye“ – „Flieh´, Mann, flieh´“ von Xose Tarrio, der im Januar 2005 nach jahrzehntelanger Isolationshaft in einem spanischen Gefängnis als nichtbehandlter Aids-Kranker sterben gelassen wurde, siehe: . http://www.de.indymedia.org/2005/01/103112.shtml
kann zum Selbstausdruck, gezippt und kostenfrei bezogen werden über:
tierra@gmx.net

(Quelle:
http://de.indymedia.org/2007/09/195647.shtml
)


3 Antworten auf „PCE(r) (Spanien): Wir sind für eine breite, offene politische Arbeit, einschliesslich aller legalen Möglichkeiten, die es geben kann“


  1. 1 Jetzt veröffentlicht: Die vollständige Grußbotschaft von Oliver R. | Delete 129a Pingback am 08. Oktober 2007 um 17:10 Uhr
  2. 2 Florian L.: Greeting from Prison | Delete 129a Pingback am 09. Oktober 2007 um 23:48 Uhr
  3. 3 Veranstaltungen mit SIB-Mitgliedern « Neue antikapitalistische Organisation? Na endlich! Pingback am 03. Oktober 2011 um 9:40 Uhr
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