Termine in Bremen, Köln und Berlin


1. Bremen: Geschichte und Politik der RAF, 25.10., 20 h

Eine Einführung in die Geschichte der Stadtguerilla jenseits der medialen Räuberpistolen

Donnerstag, 25.10. 2007, 20 Uhr – Kulturzentrum Lagerhaus, Kioto, Schildstraße 12-19, 28203 Bremen

Im Rahmen der Reihe “Sternzeit 77: 30 Jahre ´Deutscher Herbst´ – Medien, Erinnerungspolitik, Geschichtsbewusstsein, Bewegung”

Mit Hanno Balz

Bei der Mainstream-Sicht auf die RAF hat sich in den letzten Jahrzehnten ein regelrechter Erzähl-Kanon herausgebildet, der sich in der Regel um personalisierte Dramen dreht. Bei dieser Veranstaltung soll es jedoch darum gehen, die RAF, vor allem jene der 1970er Jahre, im Kontext einer bundesrepublikanischen Linken und dem weltweiten revolutionären Aufbruch der 60er und 70er Jahre zu diskutieren. Welche Programmatik war die Grundlage für den Versuch, in der Metropole BRD eine Stadtguerilla ins Leben zu rufen? Und wieso ist dieser Versuch schon früh gescheitert?

Hanno Balz ist Historiker und Kulturwissenschaftler an der Universität Bremen, er erforscht die Medialität der RAF und ist kein Zeitzeuge.

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Initiative in Kooperation mit dem Antifaschistischen Komitee

(Quelle:
http://www.rosa-luxemburg.com/?p=105
)

2. Köln: Filme „von der Revolte 1967 bis zum ‚Deutschen Herbst‘“, 11. bis 14. Oktober

Einleitung

Zur Filmreihe im Kölner Filmhaus vom 11. bis 14. Oktober

„Bring it all back home“ ist der Titel einer LP, die Bob Dylan 1965 veröffentlichte. 1969 benannte sich der weather underground nach einem der songs auf der Platte. „You don‘t need a weatherman to know, which way the wind blows“, hieß es in dem Lied. Der weather underground war für zahlreiche spektakuläre Bombenanschläge auf militärische Einrichtungen in den USA verantwortlich. Das Ziel der Militanten war die Beendigung des Krieges in Vietnam. Der Krieg in Indochina drängte junge Menschen auf der ganzen Welt zum Handeln. Überall stellten sie die kapitalistische Ordnung in Frage und kämpften für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

Auch in Deutschland entwickelte sich – ausgehend von den Universitäten – ab Mitte der Sechzigerjahre eine starke außerparlamentarische Bewegung. Nachdem am 2. Juni 1967 der Student Benno Ohnesorg während einer Demonstration gegen den Schah-Besuch in Berlin von einem Polizisten erschossen wurde, radikalisierten sich viele Aktivistinnen und Aktivisten. Die Frankfurter Kaufhausbrandstiftung 1968, mit der die späteren RAF-Gründer gegen den Vietnamkrieg protestieren wollten, wirkte wie ein Fanal. Mit der Befreiung von Andreas Baader am 4. April 1970 in Westberlin konstituierte sich die Rote Armee Fraktion. 1972 schließen sich verschieden militante Gruppen zur Bewegung 2. Juni zusammen. Ihre erfolgreichste Aktion war die Entführung des Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz und die Befreiung von fünf Gefangenen aus der Haft. 1973 trat eine Revolutionäre Zelle (RZ) mit Anschlägen auf Niederlassungen des US-Konzerns ITT erstmals in Erscheinung. 1978 verübte die feministische Rote Zora ihren ersten Anschlag, auf das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wegen des §218-Urteils. Über Ziele und Methoden des Kampfes wurde in der Linken heftig gestritten. Während die RAF Krieg im „Herzen der Bestie“ (Che) führen wollte, propagierten andere den „Kampf um die Köpfe der Menschen“(RZ). Doch viele Linke wollten davon nichts wissen und machten sich auf den „langen Marsch“ (Mao) durch die Institutionen. Im Herbst 1977 war die Konfrontation zwischen Staat und Stadtguerilla auf dem Höhepunkt. Auch wenn sich danach viele Militante zurück zogen, setzte sich die Revolte fort. Neue soziale Bewegungen, wie die Anti-AKW-Bewegung, gewannen an Bedeutung. Doch nach dem Fall der Mauer 1989 schien der Niedergang der Linken unaufhaltsam. Die bewaffneten Gruppen der Siebzigerjahre lösten sich nach und nach auf oder traten nicht mehr in Erscheinung.

Die Erinnerung an die Jahrzehnte der Konfrontation ist verblasst, ihre Geschichte noch nicht geschrieben. Die Revolte ist jedoch nicht zu Ende. film in bewegung ist eine temporäre Assoziation von Aktivistinnen und Aktivisten aus der linken Bewegung und zeigt eine Auswahl von Filmen, die uns eine Tür zum Verständnis jener Jahre öffnen können. Zahlreiche Filmemacherinnen und Filmemacher haben ihre Erfahrungen ab Ende der sechziger Jahre künstlerisch verarbeitet und mit ihren Werken Dokumente der Revolte geschaffen. Manche Beiträge erscheinen überraschend aktuell.

Im Programm sind Spielfilme wie der „Unsichtbare Aufstand“ und „Die Innere Sicherheit“, Dokumentationen wie „Starbuck Holger Meins“ und „The Weather Underground“ sowie einzigartige Kurzfilme aus dem Fundus der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, u.a. „Von der Revolte zur Revolution“ über die Blockade der BILD-Zeitung 1968 in Hamburg. Bei einigen Vorführungen sind Filmemacherinnen und Filmemacher und andere Akteure zugegen und stehen für Fragen zur Verfügung.

(Quelle:
http://www.filminbewegung.de/einleitung.html
)

::: Programm :::

Do. 11.10.

19:00
Starbuck Holger Meins | D 2001, R: Gerd Conradt, 90 Min
21:00 Porträt einer Bewährung | D 1964, R: Alexander Kluge. 13 Min.
Auf Leben und Tod | Schweden 1979, R: Hans Herderberg, 55 Min.
>> infos zu den filmen

Fr. 12.10.
19:00 Der unsichtbare Aufstand | D/F/I 1972, R: C. Costa-Gavras, 121 Min.
21:00 Rot ist die blaue Luft | F 1977, R: Chris Marker, 179 Min.
>> infos zu den filmen

Sa. 13.10.
19:00 Von der Revolte zur Revolution | D 1968 R: K.Rosenthal, 60Min.
Projekt Arthur | D 1987, Produktion: Medienwerkstatt Freiburg, 72 Min.
21:30 Messer im Kopf | D 1978, R: Reinhard Hauff, 108 Min.
>> infos zu den filmen

So. 14.10. Matinee mit der antimilitaristischen Initiative
„Bundeswehr wegtreten“
12:00 Sir! NoSir! | USA 2005, R: David Zeiger, 85 Min.

19:00 Die innere Sicherheit | D 2001, R: Christian Petzold, 104 Min.
21:00 Der Tod der Ratte | F 1973, R: Pascale Aubier, 6 Min.
The Weather Underground | USA 2002, R: Sam Green and Bill Siegel, 93Min, engl. OF
>> infos zu den filmen

(Quelle:
http://www.filminbewegung.de/programm.html
;
Literaturliste zum Thema:
http://www.filminbewegung.de/literaturliste.html
)

3. Termine in Berlin

siehe: http://delete129a.blogsport.de/2007/09/27/termine-2/