Totalisolation gegen politische Gefangene in Südspanien


Was selbst in der BRD nur zeitweise gegen Gefangene aus der RAF praktiziert wurde (Totalisolation durch Nicht-Belegung der Nachbarzellen), kommt zur Zeit in Südspanien zur Anwendung: ganze Gefängnisstockwerke werden für einzelne Gefangene reserviert – ein Bericht bei indymedia (Einl. delete129a):

GEFANGENE IN PUERTO III KLAGEN TOTALISOLATION AN

GGEBE-ADDSI; 27.10.2007
Bei den Klägern handelt es sich um Häftlinge des Isolationstrakts (nº 15) des neuen Gefängnisses von Puerto de Santa Maria (Cádiz), Puerto III, das am 07. Juni 2007 eingeweiht wurde. Laut der Generaldirektion des Strafvollzugswesens (DGIP) sind darin 70 Isolationszellen vorhanden.

Den Angaben der Gefangenen nach, besteht der Isolationstrakt (nº 15) aus 8 Stockwerken bzw. Galerien; Stockwerke des geschlossenen Vollzugs bzw. Phase 2ª (Art. 91.2 RP/SVO) mit 8 Einzelzellen und Stockwerken des Sondervollzugs (d.h. F.I.E.S, siehe : FIES – das spanische Foltersystem http://de.indymedia.org/2004/09/92520.shtml und http://de.indymedia.org/2004/09/92518.shtml) bzw. Phase 1ª fase (Art. 91.3 RP/SVO) mit vier Einzelzellen und Höfen von ca. 17×8,5 m.

Eines der Stockwerke des geschlossenen Vollzugs ist für Gefangene gedacht, die sich aufgrund der Anwendung von Art. 75 RP/ Strafvollzugsordnung in zeitweiliger Isolation befinden oder weil sie unter einer Sanktion stehen (aktuell ist das Stockwerk jedoch -noch?- nicht belegt).

Die Gefangenen klagen an, dass 6 von den 9 Inhaftierten des Trakts ( darunter zwei baskische Politische und ein Anarchist ) vollkommen getrennt von den Übrigen und unter totaler Kontaktsperre gehalten werden; auf jedem Stockwerk ist nur ein Gefangener, der auch alleine Hofgang hat. Damit ist der menschliche Kontakt der Gefangenen auf die Behandlung seitens der Ordonanzen und Beamten reduziert und auf Rufe von Zellenfenster zu Zellenfenster. Die 6 Inhaftierten sind einem Extremvollzug und inhumaner Isolation unterworfen, die von den internationalen Organismen als eine Form von Folter mit verheerenden Auswirkungen sowohl auf physischer wie psychischer Ebene klassifiziert wird.

Weiter klagen die Gefangenen an, dass es in diesem Trakt des neuen Gefängnisses, wie in allen anderen Isolationstrakten, keinerlei Aktivitätsprogramme, weder soziokulturelle noch im Hinblick auf Bildung oder Sport, gibt. Und ebensowenig ist der Vollzug auf Resozialisierung/Aus-bildung ausgerichtet. Weiter prangern die Betroffenen die Probleme an, die ihnen bezüglich Kleidung und persönlichen Dingen in der Zelle bereitet werden (so wird ihnen etwa nicht erlaubt, die eigenen Leintücher zu benutzen; sie dürfen nur ein einziges Handtuch haben; etc.)

Es folgt die Forderung an die DGIP und das Innenministerium, diese menschenrechtsverletzenden Zustände und Vollzugsweisen, wie in Puerto III, generell zu beenden.

GGEBE-ADDSI
Gizbanakoen eta Gizarte eskubideen Babeserako Elkartea
Assoziation zur Verteidigung der sozialen,-und individuellen Rechte
Donostia 27. Oktober 2007.
ggebe_addsi@yahoo.es

( Quelle: http://euskalherria.indymedia.org/eu/2007/10/42954.shtml )

Ergänzung
tierr@ 03.11.2007 – 15:15
Lese soeben: in Puerto III befinden sich zwei der sechs baskischen Gefangnen, Unai Parot und Iñaki Bilbao, aufgrund eines Hunger,-und Durststreiks im Anstaltshospital. Sie haben jedoch nur Kontakt zu den Wärtern.

(Quelle:
http://de.indymedia.org/2007/11/198416.shtml
)

Der indymedia-Bericht enthält außerdem Informationen über eine Knastrevolte von – anscheinend sozialen – Gefangenen in Cordoba. Einige Gefangene werden nun – nach Niederschlagung – sogar von ihren Anwälten isoliert. – Angemerkt sei, dass die Übersetzung von einer Nachbereitung durch deutsche MuttersprachlerInnen, die auch die spanischen Quellen noch einmal zur Hand nehmen, profitieren würde; nicht alle Informationen sind völlig klar.

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