Paragraphenamazone – 15.08.2007, 10:00 Uhr:

zu fg, Karlsruhe: Bundesanwältin über 129a auf dem Weg zu Negris Italien

1a!

Ich habe mittlerweile schon einige Texte zu dem Thema gelesen. Und ich muß sagen: Einer der weniger Texte – vor allem einer der wenigen etwas längeren Texte –, die nicht nur Empörung bekunden, sondern die den aktuellen Fall in Beziehung zu in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen setzen.

Und einer der wenigen Beiträge, die nicht in kopflose Betriebsamkeit ausbrechen, sondern überlegen, was sinnvolle Aktivitäten und Argumente sind und was die Wiederholung alter Fehler wäre. Erste Sahne!

@ fg und LeserInnen, die das ähnlich sehen: Vielleicht interessiert Euch das:

http://delete129a.blogsport.de/

Nur ein klitzkleiner Einwand – vielleicht ist es ja auch nur unglücklich formuliert. fg schreibt:

„Mit Recht wird auf die Gefahr hingewiesen, die drei aus dem Kasernenhof zu vergessen über dem einen, der als unser Mit-Intellektueller gelten soll. In Wirklichkeit handelt es sich um ein notwendiges Amalgam. […]. Hier ist die Verkettung offenbar notwendig, um das Konstrukt der ‚terroristischen Vereinigung‘ wenigstens so lange hinzubekommen, bis der Untersuchungsrichter abgenickt hat. Nur wenn es den einen gibt, der die angeblich staatsfeindliche Theorie aufstellt, ist die angebliche Nutzanwendung der Autozündler nicht nur Sachbeschädigung, sondern Ausdruck des Zusammenhalts einer ‚terroristischen Vereinigung.‘“

Das mit der Notwendigkeit („ein notwendiges Amalgan“) verstehe ich nicht ganz:

Sollten wir nicht annehmen, daß die drei in Brandenburg Festgenommenen auch selber denken können – und nicht einen intellektuellen Stichwortgeber im Hintergrund benötigen?

Wäre DAS nicht das – nun wirklich – Abstruse an der Konstruktion der Bundesanwaltschaft: Die einen Mitglieder der vermeintlichen Vereinung zündeln ohne zu denken und die anderen denken angeblich – aber nicht für sich selber (und handeln deshalb auch nicht), sondern denken für die, die zündeln.

Bei allen Problemen, die es auch in der Linken mit traditionellen Arbeitsteilungsstrukturen (AkademikerInnen – NichtakademikerInnen, Frauen – Männer etc.) gibt – wie sollte eine Gruppe mit einer solchen Struktur längere Zeit bestehen können?

Das würde doch bei der ersten Reiberei knallen – und zwar dann nicht unter Bundeswehrfahrzeugen, sondern in den eigenen Reihen.

(Quelle:
http://www.stattweb.de/baseportal/Forum&comd=news&datensatz=2151 – Tippfehler korrigiert)