§amazone 15. August 2007 um 17:48 Uhr

Liebe/r “ich”,

ehrlich gesagt:

“scheiße” finde ich immer noch kein besseres Argument als “verdammt nochmal”.

Ansonsten: “gemeinsam” ist sicherlich immer gut – wenn es denn auch einen gemeinsamen Inhalt gibt.

Also: Gemeinsam WOFÜR?

Gemeinsam gleichberechtigt für ALLE SIEBEN Beschuldigte? Dann sind wir sofort dabei. Für diese Forderung leisten wir hier schon einen kleinen Beitrag, auch wenn Dir das vielleicht ‘zu unpraktisch’ vorkommt.

Oder gemeinsam in erster Linie für die beschuldigten Wissenschafler – und für die anderen Beschuldigten fällt dann vielleicht auch etwas ab.

Außerdem: Ich hatte nicht gesagt, daß es schlecht ist, daß sich viele (”alle” sind es leider noch lange nicht) aufregen, daß Andrej in den Knast gesteckt wurde. Ich sage, NICHT es ist FALSCH, sondern ich sage, es ist ZU WENIG, sich nur darüber aufzuregen, daß Andrej in den Knast gesteckt wurde. Bei den anderen dreien ist nämlich genauso wichtig, daß sie rauskommen.

Du sagst: Andrej ist der schwächste Punkt in der Argumentation der BAW. Sicherlich. Aber nichts hindert die BAW notfalls, dem Druck bezüglich Andrej nachzugeben – und das 129a-Verfahren gegen die anderen drei alleine weiter durchzuziehen. Außer wir machen von Anfang an für alle sieben Druck.
Wie kommst Du denn darauf, daß “wenn die stelle [Andrej] brüchig wird, […] das ganze 129a-konstrukt brüchig [wird]”? Das ist doch eine bloße Hoffnung, mit der Du Oliver, Florian und Axel da abspeist.

Und als letztes: Du schreibst: “dass eine stiftung keine brandstiftung gut finden kann ist doch logisch.” Die RLS hat nicht geschrieben, daß sie nicht auf Brandstiftungen steht, und das hatte ich folglich auch nicht kritisiert.

Die RLS hat vielmehr „Freiheit des Denkens und […] Gewaltfreiheit“ als „hohe Güter DER BUNDESREPUBLIK“ bezeichnet. Das ist etwas ganz anderes, als wenn die RLS sagen würde, für SIE sind Freiheit des Denkens und Gewaltfreiheit hohe Werte – und deshalb sind sie sowohl kritisch gegenüber dem Staat (oder vielleicht auch nur der Regierung) UND kritisch gegenüber der mg bzw. der Brandstiftung bei MAN. Und sie verteidigen den liberalen Grundsatz “im Zweifel für den Angeklagten” – in allen sieben Fällen. Das hat die RLS aber nicht erklärt.

Und weil wir schon bei “liberal” sind: Die RLS mag gegen Brandstiftungen sein; da würde ich – genauso wie Du – nichts anderes erwarten. Aber die Aufgabe nicht nur von linken oder sozialistischen, sondern die Aufgabe selbst von liberalen Ansprüchen beginnt doch schon bei folgendem: Nämlich dann, wenn mit einem Bekenntnis gegen Gewalt sich erst einmal eine Eintrittskarte gekauft wird, um den Staat (die Regierung) punktuell kritisieren zu dürfen.

Liberal wäre, die Souveränität zu haben zu sagen: Heute kritisieren wir mal den Staat und dafür haben wir gute Argumente in der Sache, und mit den diesen Argumenten wollen wir gehört werden, ohne wir vorher erst einen staatstragenden Zuverlässigkeitsbeweis erbringen. (Und wann anders diskutieren wir darüber, warum die Linkspartei nicht die militante gruppe ist und auch nicht sein will.)

Jeder hat das Recht, den Staat zu kritisieren und muß es sich nicht erst durch irgendwelche Vorleistungen erkaufen. Das wäre eine liberale Position!

(Quelle:
http://delete129a.blogsport.de/2007/08/14/kann-denn-fragen-suende-sein-2/#comments
)