Archiv der Kategorie '30 Jahre "Deutscher Herbst"'

Noch ein Rückblick auf den „Deutschen Herbst“: Aus damals :legitim soll heute: legal werden

Güde, Fritz:
Stammheim: Zellen abhören- na und? Aus damals :legitim soll heute: legal werden

News-Beitrag auf stattweb.de vom 11.September 2007

Aust hat wieder zugeschlagen. Am Sonntag-und Montagabend bei ARD,gleich nachher bei Beckmann noch mal, alles flankiert vom SPIEGEL am Montag. Jetzt endlich Bader-Meinhof-Ensslin in die Kiste bekommen und datumsgerecht abgeliefert.

Austs Urbuch “Bader-Meinhof-Komplex” hatte vor Jahren immerhin das Verdienst einer ersten Datenerfassung.

Der danach gedrehte Film, der jetzt auch noch mal aufgekocht werden soll, wurde zwar von vielen Linken kritisiert. Wie Inge Viett aber vor einiger Zeit schon feststellte, hat er indes in der Beschränkung auf den Gerichtssaal die ganze unversöhnliche Dramatik herausgeholt. (mehr…)

Neue Kategorie „Deutscher Herbst“

Um eine Überfüllung der Kategorie „Diskussion“ (siehe Kategorienverzeichnis in der rechten Randspalte ganz unten) zu vermeiden, haben wir eine neue Rubrik „30 Jahre Deutscher Herbst“ zur Kategorisierung der Beiträge eingeführt.
Bei der Gelegenheit wollen wir drei Verweise anbringen, die nicht über die Kategorien zu erreichen sind:
► die Überblicksseite http://delete129a.blogsport.de/dokumente/30-jahre-deutscher-herbst/, die auch externe links zu weiteren Beiträgen enthält
► ein Text der Revolutionären Aktion Stuttgart (http://delete129a.blogsport.de/dokumente/30-jahre-deutscher-herbst/wir-gehen-von-einer-situation-aus-in-der-ein-langwieriger-und-schrittweiser-wieder-aufbauprozess-der-kommunistischen-revolutionaeren-linken-in-der-brd-stattfinden-muss/)
und
► in der rechten Randspalte die link-Gruppe „bewaffneter Kampf“.

Die Beiträge in diesem blog verteilen sich zur Zeit wie folgt auf die verschiedenen Kategorien:

* 30 Jahre “Deutscher Herbst” (16)
* Allgemein (40)
* Übergesetzlicher Notstand (10)
* Aussageverweigerung (6)
* Bakker-Schut (3)
* Diskussion (82)
* English (4)
* Off Topic (6)
* Technik (9)
* Termine / Es gibt nichts Gutes, außer frau tut es (39)
* Top 15 % (das Wichtigste) (26)

Im übrigen packen wir eher informatorische Beiträge in die Rubrik „Allgemeines“ und Beiträge, die zu Zustimmung oder Widerspruch herausfordern sollten bzw. Implikationen für die weitere Strategie haben, in die Rubrik „Diskussion“.

Falls jemand eine Idee für eine sinnvollen Aufteilung der immer noch mehr als 80 Beiträge umfassenden Rubrik „Diskussion“ hat, würden wir uns freuen. Das Gleiche gilt für Aufnahme- oder Streichungsvorschläge für die „TOP 15 %“-Kategorie.

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Termin – 5.11. HU Berlin: 30 Jahre Deutscher Herbst – Ein Lehrstück für die Republik?


Bericht über die Veranstaltung unter
http://delete129a.blogsport.de/dokumente/30-jahre-deutscher-herbst/, Nr. 25 (Vorbemerkung delete129a)

»Ich kann nur nachträglich den deutschen Juristen danken, dass sie das alles nicht verfassungsrechtlich untersucht haben.«
—Bundeskanzler Helmut Schmidt, 1979

Die juristischen Folgen des Deutschen Herbstes

Mit

* Rechtsanwalt Klaus Eschen
Strafverteidigung und deren staatliche Behinderung in den 1970ern
* Rechtsanwalt Jasper von Schlieffen
§129b StGB und die Verquickung von Polizei und Geheimdiensten
* Rechtsanwältin Christina Clemm
Die Anwendung des §129a StGB im aktuellen Verfahren in Berlin
* Prof. Dr. Martin Kutscha
(Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege) Von gesetzgeberischen Entwicklungen in Reaktion auf den Deutschen Herbst bis zu Sicherheitsdiskursen nach dem 11. September 2001
* Moderation: Ulla Jelpke

5. November 2007 19.00 Uhr
Audimax Humboldt-Universität
Unter den Linden 6 Berlin

VeranstalterInnen:

* arbeitskreis kritischer juristinnen und juristen an der Humboldt-Universität zu Berlin (akj-berlin)
* Vereinigung Berliner Strafverteidiger e.V.

MedienpartnerInnen: junge Welt und Freitag

(Quelle:
http://akj.phlipsy.net/herbstfolgen/
;
vgl. http://www.akj-berlin.blogspot.com/ unter „Termine“)

Anmerkung delete129a:

Noch ein Helmut Schmidt-Zitat (aus der „Zeit“ 36/2007):

„lauter ehemalige Nazi […]. Aber zu behaupten der Rechtsstaat sei in Gefahr gewesen, ist dummes Zeug!“

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Es war Politik, nicht Pathologie

ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 521 / 19.10.2007

Deutscher Herbst. Es war Politik, nicht Pathologie

30 Jahre Deutscher Herbst: Seit Wochen reihen sich in Funk, Fernsehen und fast allen Printmedien der Bundesrepublik Dokumentationen an Titelstorys, sollen Gespräche mit ZeitzeugInnen die Stimmung von damals wiedergeben und „Terror-Chroniken“ den jüngeren LeserInnen auf die Sprünge helfen. Dabei geht es nicht einfach darum, an die Ereignisse von 1977 zu erinnern. Vielmehr soll die staatsoffizielle Geschichtsschreibung im kollektiven Gedächtnis verankert werden. Auch wenn sich die RAF im April 1998 aufgelöst hat und die Ereignisse aus dem Herbst 1977 lange zurückliegen, bleibt die „Historisierung“ der RAF ein offener Prozess. So bieten die nicht geklärten Vorgänge in der Stammheimer „Todesnacht“ vom 17. auf den 18. Oktober 1977 bis heute Raum für Diskussionen. Diese endgültig zu beenden, scheint Ziel der 30-Jahre-Rückblicke von taz bis Spiegel zu sein; dort wird nur noch über den Ablauf des angeblichen Kollektivselbstmordes spekuliert. Dass dieser unter staatlicher Aufsicht stattgefunden habe, behauptet der Spiegel. Die vielen bis heute ungeklärten Fragen, die an der Selbstmordthese gewaltig zweifeln lassen, werden höchstens noch am Rande erwähnt.

Auch im Jahr 2007 lässt sich festhalten: „Die Geschichte der RAF ist die ihrer Bekämpfung“, so Gottfried Oy und Christoph Schneider in dem Buch „Vorwärts und viel vergessen“. Zwei Elemente fallen dabei auf: Auf der einen Seite ist jegliche kritische Analyse ehemals links-liberaler Medien inzwischen der demokratischen Selbstinszenierung der Bundesrepublik gewichen. Auf der anderen Seite ist die kurze Phase des Pop-Diskurses um die RAF längst passé. Ironische „Prada-Meinhof“-Shirts sind verschwunden, an Bücher wie „Rosenfest“ von Leander Scholz und Christopher Roths Spielfilm „Baader“ erinnert sich inzwischen kaum noch jemand. Dies zeigt, wie stark der Terrordiskurs seit dem 11. September 2001 die veröffentlichte Meinung bestimmt.

Aber nicht nur die Debatte um die RAF erlebt in diesem Jahr ein Revival. Seit Mai wird mit dem ursprünglich für die RAF geschaffenen §129a Jagd auf die radikale Linke gemacht. Im Namen der inneren Sicherheit werden Menschen verfolgt, die mit Sachbeschädigung und Brandanschlägen im Rahmen des Protestes gegen den G8-Gipfel und gegen Militäreinrichtungen agiert haben sollen. Florian L., Axel H. und Oliver R. sitzen seit dem 31. Juli 2007 in Untersuchungshaft in Berlin-Moabit. Ihnen wird die Mitgliedschaft in der „militanten gruppe“ vorgeworfen. Die spontanen Demonstrationen am 9. Mai mit mehreren tausend TeilnehmerInnen in Berlin und Hamburg stellen bisher den Höhepunkt im Widerstand gegen die Repressionsorgane dar. Einen solidarisch-kritischen Umgang mit den Aktionen der „militanten gruppe“ zu entwickeln und die Freiheit der Gefangenen zu erwirken, sollte Aufgabe der Linken 30 Jahre nach dem Deutschen Herbst sein.

(Quelle:
http://www.akweb.de/ak_s/ak521/38.htm
)

Außerdem in der gedruckten Ausgabe:

das thema
# Die RAF lässt ihnen keine Ruhe. Interview mit Andreas-Thomas Vogel 30 Jahre nach dem „Deutschen Herbst“
# Viele Fragen offen. Einwände gegen die Staatsdoktrin vom Stammheimer „Kollektivselbstmord“
# Ungeordneter Rückzug. Der Deutsche Herbst und die Linke
# Rot lag in der Luft. Filmreihen zu „1968″ und dem „deutschen Herbst“

(Quelle:
http://www.akweb.de/
)

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Erich Fried: Selbstmordlegende

Angenommen
es käme ein Terrorist
und sagte: »Es ist nicht wahr
daß wir Schleyer erschossen haben.
Oder glaubt ihr wir wurden
Gefangene kaltblütig töten
und noch im Tod
sie beschimpfen in einem Brief?«
Und angenommen wir fragten:
»Wie denn ist Schleyer gestorben?«
Er aber sagte:
»Dieser Schleyer war so fanatisch
daß er sich selbst ins Genick schoß
aus besonderer Perfidie
damit wir als die Mörder dastehen.
Und dann hat die Polizei
mit einem gefälschten Brief
dem Schwindel nachgeholfen.«
Dann würden wir sagen:
»Durch so eine plumpe Lüge
werdet ihr
die Blutschuld an Schleyer nicht los.
Haltet ihr uns für so dumm
daß wir da noch an Selbstmord glauben?
Wer darauf hereinfällt
der schluckt alles was man ihm vorlügt.«
Und schließlich angenommen
die Terroristen sagen:
»Wer jetzt noch nicht glaubt es war Selbstmord
der spinnt oder ist ein Agent!«
dann wären sie völlig entlarvt
nicht als Mörder nur sondern als Lügner.
Doch die Mörder Hanns Martin Schleyers
haben nichts von Selbstmord gesagt

Erich Fried

(Quelle:
Linke Liste Frankfurt [Hg.], Die Mythen knacken. Materialien wider ein deutsches Tabu. Neue Linke – RAF – Deutscher Herbst – Amnestie, 1. Auflage: Dez. 1987, 2. Auflage: März 1988, S. 183;
vgl. http://www.friedenspaedagogik.de/datenbank/detail.php?id=26124)

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Ein musikalischer Blick auf den „Deutschen Herbst“


Herbstmelodien

Wie die Geschehnisse im Herbst 1977 sich auf die Musik und das Lebensgefühl der danachfolgenden Generationen auswirkte.

»Es ist ein langer Weg, er ist noch nicht zu Ende, auch wenn es mancher hofft.«

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Jung Welt-Interview mit den Ex-RAF Mitgliedern Helmut Pohl und Rolf Clemens Wagner

„Der »Deutsche Herbst«, wie ihn Aktivisten der Rote Armee Fraktion (RAF) erlebten, und wie sie ihn heute sehen. Ein Gespräch mit Helmut Pohl und Rolf Clemens Wagner“


http://www.jungewelt.de/2007/10-18/057.php?sstr=Hei%DFler%7CPohl

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Zum 18.10.1977

Die etwas andere Literatur

MMM 11.09.2007 – 21:37

Zum Thema hier noch ne Literarische Ergänzung, die Sinn macht. Vielleicht verstehen dann ein paar Leute mehr, wie elend es ist die eigene Geschichte in den Mülleimer werfen zu wollen.

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1967 – 1977: Zur Geschichte einer Bewegung. Filmreihe in Berlin v. 19.-28.10.


Von Fr. 19.10. bis So, 28.10.

„Wir können eine Welt gestalten, wie sie die Welt noch nie gesehen hat, eine Welt, die sich auszeichnet, keinen Krieg mehr zu kennen, keinen Hunger mehr zu haben, und zwar in der ganzen Welt. Das ist unsere geschichtliche Möglichkeit – und da aussteigen? Ich bin kein Berufspolitiker, aber wir sind Menschen, die nicht wollen, daß diese Welt diesen Weg geht, darum werden wir kämpfen und haben wir angefangen zu kämpfen.“
Rudi Dutschke im Gespräch mit Günter Gaus am 3.12.1967

1967 und 1977 – Jahreszahlen, die in der BRD für gesellschaftlichen Aufbruch und staatliche Repression stehen. Zwischen ihnen liegen zehn Jahre heftigster gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Hunderttausende gingen auf die Strassen, um gegen den Vietnamkrieg, den Militärputsch in Chile, den Bau von AKWs und die Macht und Lügen der Springerpresse zu demonstrieren. Der Prager Frühling und der Pariser Mai standen 1968 für die Hoffnungen einer ganzen Generation in Ost und West, in jenen Jahren kam es auch zu wilden Streiks im „Wohlfahrtsstaat“ BRD. Weltweit entstand nach 1967 eine neue Frauenbewegung, die das Jahrzehnt mit prägte. 1977 gab es eine breite linke Bewegung, die an den Bauzäunen der AKWs rüttelte, die internationalistische Solidarität mit den im Trikont von Ausbeutung und Elend betroffenen und denen, die sich dagegen wehrten, übte. Die ersten Häuser und Jugendzentren waren besetzt worden, die ersten antirassistischen Kampagnen gestartet.
Die Filmreihe „1967–1977 Zur Geschichte einer Bewegung“ wird sich gerade nicht hauptsächlich um „Terror“, RAF, Schleyer und Stammheim drehen und die Zeit auch nicht auf die staatliche Repression verkürzen. Die Filmreihe richtet sich gegen das Vergessen (machen) einer linken Geschichte, die viel mehr war als das – wenn auch diese Ereignisse natürlich dazu gehören und ihren Platz in der Filmreihe haben werden. (mehr…)

Nichts ist vergessen und niemand / Termine in Stuttgart

Auszug:

„Es geht uns momentan nicht darum, für uns als politische Organisation konkrete Konsequenzen im Bezug auf den bewaffneten Kampf herzuleiten. Wir gehen von einer Situation aus, in der ein langwieriger und schrittweiser (Wieder-) Aufbauprozess der kommunistischen revolutionären Linken in der BRD zunächst auf verschiedenen Ebenen stattfinden muss. Unseren Teil sehen wir dabei in der (mehr oder minder) legalen und öffentlichen politischen Arbeit. Dennoch gehen wir davon aus, dass für jeden revolutionären Prozess eine Beschäftigung mit den Fragen des bewaffneten Kampfes und den Erfahrungen der Stadtguerilla unabdingbar ist – noch nie hat schließlich eine herrschende Klasse ihre Macht freiwillig abgegeben und noch nie war eine Umwälzung der Verhältnisse ohne eine organisierte bewaffnete Kraft erfolgreich. Daher sehen wir es durchaus als unsere Aufgabe an, zur Beschäftigung mit den praktischen Erfahrungen dahingehend und den unterschiedlichen Organisierungskonzepten anzuregen.
Zur Beschäftigung anregen heißt dabei allerdings ausdrücklich nicht, zu behaupten eine Aufarbeitung dieser Erfahrungen hätte unsererseits oder allgemein schon stattgefunden und müsste nur übernommen werden.“

Vollständiger Beitrag

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Kein Vergeben – kein Vergessen. Drei- Länder-Videokonferenz am Sa., 20.10. zu 30 Jahre Mord im Stammheimer Knast

20.10.07 Veranstaltungen, mit Film und Ausstellung in Berlin, Stuttgart, Brüssel und Zürich zu 30 Jahre Mord im Stammheimer Knast.

18.10. Kein vergeben – kein vergessen!
Ne rien oublier! Ne rien pardonner!
Solidarität aufbauen! Kapitalismus zerschlagen!
Abattre le capitalisme! Construire la solidarité!

20.10.07: Veranstaltung mit Videokonferenz

3 Länder – 1 Videokonferenz: Zürich – Berlin – Stuttgart – Brüssel

18.10.77 – 18.10.07: 30. Jahrestag der Morde an den RAF-Gefangenen in Stammheim. Anlass genug, mit Inge Viett (Bewegung 2. Juni, kurz RAF) in Zürich und weiteren Zeitzeugen in Berlin über die Geschichte und Perspektive der revolutionären Kämpfe in Europa zu diskutieren. Dazu Film und Ausstellung.

20.10.07: Zürich, Volkshaus (Helvetiaplatz), 18.30 Uhr

20.10.07: Berlin, ab 18 Uhr Tommy Weissbercker Haus, Wilhelmstr. 9, Berlin-Kreuzberg

20.10.07: Bruxelles, 19 Uhr Salle Pianofabrik, 35 rue du Fort (St. Gilles)

20.10.07: Stuttgart, 19 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach

Aktuelle Infos über die internationale Mobilisierung auf: www.rhi-sri.org, www.political-prisoners.net, www.afbau.org und www.secoursrouge.org.

(Quelle:
http://www.rhi-sri.org/index.php?db=mobilisierung&id=135&mPath=53
)

Nachbemerkung von delete129a:

Achtung, die Veranstaltungen finden aus Anlaß des 18.10.1977 am Sonnabend, den 20 (!).10.2007 statt!

Dem Staate dienen

ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 515 / 16.3.2007

Das Hamburger Institut für Sozialforschung, die RAF und der „Sympathisantensumpf“

1.400 Seiten mit 64 Beiträgen zum Thema „Die RAF und der linke Terrorismus“ – schon der Umfang des zweibändigen Werkes macht deutlich, dass Wolfgang Kraushaar und sein Arbeitgeber, das Hamburger Institut für Sozialforschung, den großen Wurf versucht haben. Unabhängig von den Motiven und Leistungen der einzelnen AutorInnen handelt es sich in erster Linie um eine geschichtspolitische Tat: eine Abrechnung mit der radikalen Linken insgesamt, zugleich ein Bekenntnis des Instituts zu diesem Staat und seinem Gewaltmonopol. Unvermeidliche Begleiterscheinungen dieses Projekts sind Selbstbezichtigung und Denunziation.

„Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Geschichte der RAF inzwischen ein abgeschlossenes Kapitel“, schreibt Wolfgang Kraushaar in der Einleitung. Was abgeschlossen ist, wird zum Gegenstand der Geschichtsschreibung, es wird eingeordnet und „historisiert“ – ein Fall für die Wissenschaft. Eine solche „Geschichte der RAF“ zu schreiben, wäre verdienstvoll – allein, der Historiker Kraushaar und das Hamburger Institut für Sozialforschung haben anderes, „Größeres“ im Sinn: Denn – so Kraushaar im allerersten Absatz des Buches – eine Hinwendung zu dem „abgeschlossenen Kapitel“ RAF setze das Bewusstsein voraus, „dass der Blick zurück perspektivisch zugleich auch immer durch jenes Schreckensdatum mitgeprägt ist, das in dem Kürzel ,9/11` seinen Ausdruck gefunden hat“. Tatsächlich widmet Kraushaar sich auf den folgenden Seiten ernsthaft den Unterschieden von „altem“ und „neuem Terrorismus“. Will das Hamburger Institut ein neues – öffentlichkeitswirksames und damit in mehrfacher Hinsicht profitables – Fach etablieren, die „vergleichende Terrorismusforschung“?

Terror im Wandel der Zeiten: „Von der RAF zu Al-Qaida“

Der Verdacht erhärtet sich, wenn man 90 Seiten weiter auf Henner Hess‘ Beitrag „Die neue Herausforderung“ stößt, dessen Unterzeile lautet: „Von der RAF zu Al-Qaida“. Wer sich trotzdem auf die Lektüre einlässt, stellt mit Erstaunen fest, dass weder in diesem noch in anderen Beiträgen eine eindeutige Definition geboten wird, was denn Terrorismus eigentlich ist. Kraushaar gesteht sogar zu, dass „eine umstandslose und möglicherweise voreilige Subsumtion der RAF unter den Terrorismusbegriff als fragwürdig erscheinen“ müsse. Was ihn nicht hindert, eben diesen „linken Terrorismus“ der RAF unter allen möglichen Aspekten untersuchen zu lassen.

Der Doktorand Olaf Gätje wurde z.B. für einen Beitrag aus „sprachwissenschaftlicher Perspektive“ verpflichtet. Seine „Stilanalyse eines Zellenzirkulars aus dem ,info`-System“ behandelt u.a. den „prototypischen Gebrauch des Schrägstrichs“ und enthüllt, dass die Formulierung „schwer isoliert“ eine „eindeutig negative Beurteilung der Haftsituation“ bedeute. Bemerkenswert erscheint dem jungen Forscher auch folgende Spezialität der Lageberichte aus dem Knast: „Abweichend von dem für die Textsortenklasse ,Bericht` sonst prototypischen Stilzug der Neutralität und Sachlichkeit liegen im vorliegenden Fall für den Gruppenstil der RAF charakteristische stark einstellungsbekundende und emotionale bzw. emotionalisierende Gestaltelemente vor.“ Die schönsten Satiren schreibt das Leben, die zweitschönsten entstehen, wenn (mehr…)

Deutscher Mob versus „RAF-Sympathisanten“

Drama um die RAF

Hängt ihn neben die rote Syphilis!

Was kommt nach dem deutschen Volkzorn? Stuttgart widmet der RAF einen Theater-Schwerpunkt: Liebe ist kälter als das Kapital – Endstation Stammheim.

Von Till Briegleb

Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe haben ein schönes Grab. Geschmackvoll bepflanzt liegt es auf dem idyllischen Dornhaldenfriedhof am Südhang des Stuttgarter Talkessels. Rotdorn, Rotahorn, rote Geranien und rote Rosen mögen einen versteckten Hinweis auf die politische Gesinnung der RAF-Gründer geben, aber schon das rührende rote Totenlichtlein zerstört sofort die Assoziation revolutionärer Farbspiele.

Früher lag das Gemeinschaftsgrab mit der schlichten Platte, auf der nur die Namen und „Stuttgart Stammheim, 18. Oktober 1977″ steht, am äußersten rechten Rand isoliert im Grün, aber mittlerweile ist Grabfeld 99 dicht belegt. Ein freier Platz Sicherheitsabstand in jede Richtung wird noch gewahrt. Direkt neben den Terroristen will wohl doch keiner bestattet werden. Ansonsten erweckt die letzte Ruhestätte der drei Selbstmörder den Eindruck, als seien hier Menschen begraben, die ihrer Nachwelt etwas bedeuten.

Das war bekanntlich nicht immer so. In den Zeiten des deutschen Volkszorns empfanden anständige Deutsche Bezeichnungen wie „Schwein“ und „Sau“ für die Gefangenen in Stammheim als beleidigend für die Tierart. Davon zeugt auch eine kleine Nebenglosse des Deutschen Herbstes, die im Baader-Meinhof-Jubiläumsjahr 2007 am Stuttgarter Staatstheater zum Kernprojekt eines RAF-Schwerpunktes wurde, mit dem Intendant Hasko Weber jetzt seine neue Spielzeit eröffnet hat.

Claus Peymann, in den entscheidenden Jahren Schauspielintendant am Stuttgarter Staatstheater, hatte 1977 ein Bittschreiben der Mutter von Gudrun Ensslin, Geld für eine Zahnbehandlung der Gefangenen zu spenden, ans Schwarze Brett gehängt und selbst 100 Mark gespendet. Als dies von einigen Medien hysterisch aufgebauscht wurde, erhielt Peymann rund 600 Schmähbriefe und Morddrohungen.

Die vier Aktenordner aus dem baden-württembergischen Landesarchiv, in denen diese Zeugnisse dokumentiert sind, hat das Regiekollektiv Rimini-Protokoll nun als Ausgangspunkt einer ihrer typischen Dokumentarkomödien genommen. Peymann selbst liest in eitlem Stolz, aber durchaus unterhaltend, die schönsten Stellen aus den „Peymannbeschimpfungen“ vor, allerdings nur als riesige Videoeinspielung auf der Bühnenrückwand: „Ihnen gehört die Mistgabel auf den Kopf gearscht, dass Ihnen die Socken platzen“ schreibt ein Lynchjustizler im Geiste.

Weniger grotesk formulieren es ordentliche Deutsche, die meinen, dass Peymann neben der „roten Syphilis“ aufgehängt gehört, und auch der urdeutsche Ausbruch „Sie gehören vergast“ fehlt nicht. Ein Briefeschreiber, beheimatet im Kaffeebergweg 12 in Schwäbisch-Gmünd, hoffte dagegen, dass Peymann einmal einige „Familienmitglieder entführt und abgeknallt werden“. (mehr…)

Ein Rückblick auf die Reaktionen der Auslandspresse auf die Todesnacht von Stammheim

18.10. 1977 aus der Sicht des Auslands

Renate Döhr,Irlandgruppe Omega.Berlin 26.09.2007 22:02

International waren die Reaktionen nicht nur der radikalen Linken auf die Stammheimer Todesnacht 1977 teilweise viel eindeutiger als der in der damaligen Bonner Republik.

Wie Teile des Auslands auf die Todesnacht in Stammheim 1977 reagierte

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Anderslautern: Bemerkungen aus Anlaß der Stammheim-Tondokumente

Unseres Wissens gab es zum Zeitpunkt des ersten Stammheim-Prozesses keine gesetzliche Kronzeugen-Regelung, die hätte „modifiziert“ werden können, sondern nur die gerichtliche Belohnung von Kronzeugen ohne gesetzliche Grundlage. Abgesehen von diesem kleinen Hinweis, wollen wir den folgenden Artikel einschließlich der gemachten Literaturhinweise unbedingt zur Lektüre empfehlen. Am Originalveröffentlichungsort ist der Text bebildert. Die Bilder haben wir aus Faulheit / Zeitknappheit nicht übernommen. Einl. delete 129a)

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Gerhard Baum: Der Ursprung liegt in den 70er Jahren erlassenen Sondergesetzen

Holger Schmale

Der Deutsche Herbst wirkt fort

Am 5. September jährt sich zum 30. Mal die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer durch Terroristen der RAF. Damit begann der so genannte Deutsche Herbst, der mit der Ermordung Schleyers und dem Selbstmord der Häftlinge um Andreas Baader in Stammheim sechs Wochen später noch nicht endete. Interessiert das noch jemanden?

Ich meine: Ja. Schon die Debatte um die Begnadigung von Christian Klar im Frühjahr ist mit solcher Wucht und Verbissenheit geführt worden, dass es sich offenbar noch um eine ziemlich klaffende Wunde im Bewusstsein des Landes handeln muss.
Wir widmen dem Thema eine ganze Sonderausgabe des Magazins in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung. Dafür haben wir auch ein Interview mit Gerhart Baum geführt, der damals Staatssekretär und dann Bundesinnenminister war. Es ist ein eindrucksvolles Gespräch, in dem der FDP-Politiker die verheerende Überreaktion des Staates auf die RAF kritisiert und den Bogen schlägt zur heutigen Debatte um den Kampf gegen den Terrorismus: „Der Sicherheitsstaat ist unersättlich.“ Baum weist nach, dass das Vorgehen des Staates gegen G-8-Kritiker vor Heiligendamm oder den unter Terrorismusverdacht stehenden Berliner Wissenschaftler seinen Ursprung in den damals erlassenen Sondergesetzen hat. Der Deutsche Herbst ist nicht nur Geschichte. Er wirkt fort.

Verfasst am 29.08.07, 13:40 Uhr

(Quelle:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/blog/schmale/2007/08/der_deutsche_herbst_wirkt_fort.html
;
Hervorhebung im Text hinzugefügt)


Das vollständige Baum-Interview gibt es unter folgenden Adressen:


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/magazin/682934.html

http://einstellung.so36.net/de/ps/275

Auszüge:
„auch beim Paragrafen 129a, der die Bildung einer terroristischen Vereinigung zum Thema hat. Diese Vorschrift war ein absolutes Novum. Bis dahin hatte das Strafrecht das Einzeldelikt im Auge. Von da an war auch die Organisation ein Bezugspunkt. Das geht aus meiner Sicht zu weit, wenn man sich die heutige Auslegung betrachtet. Denken Sie nur an das Vorgehen gegen die G-8-Kritiker vor Heiligendamm, denken Sie an den unter Terrorismusverdacht stehenden Wissenschaftler in Berlin. Das Strafrecht hat da eine gewaltige Keule zur Hand.“

„Der Sicherheitsstaat ist unersättlich. Der Ausnahmezustand darf nicht zur Regel werden.“

Über sein Gespräch mit Horst Mahler 1978:
„Ich finde, ich habe richtig gehandelt. Ich rede nicht von einem Horst Mahler, wie er heute ist. Der ist ja völlig abgedriftet. Wir reden von einem Horst Mahler, der einer der entscheidenden Ideologen der RAF war und ihre Anfangsphase wesentlich geprägt hat.“

Zu der Erklärung von Christian Klar vom Jahresanfang:
„Das war ja ein Intermezzo der besonderen Art, dass einem Strafgefangenem das Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen wurde. Auch solche Äußerungen muss die Gesellschaft ertragen.“

Berliner Zeitung: “Der Deutsche Herbst ist nicht nur Geschichte”

Holger Schmale

Der Deutsche Herbst wirkt fort

Am 5. September jährt sich zum 30. Mal die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer durch Terroristen der RAF. Damit begann der so genannte Deutsche Herbst, der mit der Ermordung Schleyers und dem Selbstmord der Häftlinge um Andreas Baader in Stammheim sechs Wochen später noch nicht endete. Interessiert das noch jemanden?

Ich meine: Ja. Schon die Debatte um die Begnadigung von Christian Klar im Frühjahr ist mit solcher Wucht und Verbissenheit geführt worden, dass es sich offenbar noch um eine ziemlich klaffende Wunde im Bewusstsein des Landes handeln muss.
Wir widmen dem Thema eine ganze Sonderausgabe des Magazins in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung. Dafür haben wir auch ein Interview mit Gerhart Baum geführt, der damals Staatssekretär und dann Bundesinnenminister war. Es ist ein eindrucksvolles Gespräch, in dem der FDP-Politiker die verheerende Überreaktion des Staates auf die RAF kritisiert und den Bogen schlägt zur heutigen Debatte um den Kampf gegen den Terrorismus: „Der Sicherheitsstaat ist unersättlich.“ Baum weist nach, dass das Vorgehen des Staates gegen G-8-Kritiker vor Heiligendamm oder den unter Terrorismusverdacht stehenden Berliner Wissenschaftler seinen Ursprung in den damals erlassenen Sondergesetzen hat. Der Deutsche Herbst ist nicht nur Geschichte. Er wirkt fort.

Verfasst am 29.08.07, 13:40 Uhr

(Quelle:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/blog/schmale/2007/08/der_deutsche_herbst_wirkt_fort.html
;
Hervorhebung im Text hinzugefügt)

Wie heißt es doch in einem Text von Oskar Negt, der vor ein paar Tag aus gegebenen Anlaß wiederveröffentlicht wurde (http://de.indymedia.org/2007/08/192487.shtml): „Die ‚deutsche Frage‘ ist wieder aktuell, wenn auch unter veränderten Vorzeichen; und sie war immer eine Frage der Restauration.“

Vgl. auch die Zitate aus dem Baum-Interview und die dortigen links zu dem vollständige Interview unter:

http://delete129a.blogsport.de/2007/09/03/gerhard-baum-der-ursprung-liegt-in-den-70er-jahren-erlassenen-sondergesetzen/

30 Jahre „Deutscher Herbst“

RH-Zeitung

Rote Hilfe 27.08.2007 09:48 Themen: Repression Soziale Kämpfe

Zum 30. Jahrestag der Stammheimer Todesnacht und der sich anschließenden Repressionswelle gegen die gesamte Linke, die unter dem Namen „Deutscher Herbst“ in die Geschichte einging (wann hätte es jemals einen „Deutschen Frühling“ gegeben?), (mehr…)