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Oliver R.: Greeting from Prison

German version

Dear comrades and friends,

As 129a-prisoner in the mg-case I want to send to you greetings of solidarity and fighting spirit from the rotten prison in Berlin-Moabit, that is so ready to get wrecked.

After 5 minutes in my 7 square meter „luxury accommodation“ I fully became aware of our good old, but abstract slogan „Tear down the walls of all prisons and coercive institutions“. The best thing to do!

As you probably have heard, Axel, Flori and me, as well as four others are accused by the the Chief Federal Prosecutor to be members of the militant group (mg).

According to the Chief Federal Prosecutor this group politically claimed responsibility for 25 militant attacks since 2001. Targeted were institutions and vehicles of imperialist war politics, of institutionalized state racism, capitalist exploitation and the preventive security state. Which are „issues relevant to attack“ we all know*. However, the analyst staff of Federal Criminal Police and Federal Chief Prosecutor saved a special sweetie for us: They say, that we would have been around doing militant actions also before 2001, or more concrete since 1995 (!), which must have been in the last century. At that time, the official researchers assume, we would have adorned ourselves with changing group names. What an amazing degree of cleverness display by us. Oh, by the way, through this maneuver 25 attacks are turned into 38, which means that they plan to legally clear 12 years of militant politics in and around Berlin upon us.

If they manage to get through with applying section 129a to our case, and they will invest a lot for that, all this might easily add up to a 10 years sentence. Which also means, that a long time of political process in court waits for us. We will all need lots of power, doggedness and perseverance.

We regard this act of repression against us, an attempt to break our revolutionary solidarity doomed to fail, in connection with the latest offensive of the preventive security state. The criminalization before and after the G8 summit is continued with our case.

Solidarity is indivisible! Therefore we also have to widen our horizons. All over Europe the Left of different spectres is put on the hit list.

Examples are the mass arrests of the 12th of February in Italy against alleged members of the Communist Party political-military (PLP-m), the mass criminalization against more than 100 grassroots activists in Bologna, the state terrorism against the comrades of PCE(r)/Grapo and the Basque movement for independence in the spanish state, or the persecution of militant anarchist circles in Greece.

In many parts of Europe state repression is acute for us. International solidarity, even if ideological differences exist sometimes only to a certain point, will help us to step off lethargy and get moving!

Finally I want to thank all the many friends, comrades and people I don´t know personally for their solidarity. Especially our relatives, who are confronted with the situation and the harassments of the Federal Criminal Police, that steals a lot of power from them but also confirms their will to support us.

Many thanks to the Berlin Solidarity Alliance, that managed to organize broad support. Special thanks is certainly given to the anti repression structures, to the Red Help, the network Freedom For All Political Prisoners, to the comrades of anarchist black cross (ABC), to Red Help International of Switzerland and Belgium.

For a fervent and untearable bond between inside and outside. We will keep our minds clear and our hearts on fire, hopefully you do the same. Thanks for all!

Olli, section 129a prisoner in the mg-case, October 2007

Translation: transladora

(Quoted from:
http://de.indymedia.org/2007/10/196544.shtml
)

Further remarks by delete129:

Cfr.
► regarding the Italien Communist Party political-military (PLP-m):
http://www.aufbau.org/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=55&Itemid=95 and http://www.aufbau.org/index.php?option=com_content&task=view&id=167&Itemid=21
(both in German)
► regarding PCE(r)/Grapo: http://www.antorcha.org/ (multilingual), http://delete129a.blogsport.de/2007/09/30/pcer-spanien-wir-sind-fuer-eine-breite-offene-politische-arbeit-einschliesslich-aller-legalen-moeglichkeiten-die-es-geben-kann/ (German) and http://www.antorcha.org/carcel/nabarra.htm (Spanish)
► regarding the Basque region: http://de.indymedia.org/2007/10/196115.shtm (German).

Further information regarding the German 129a-case:

in English: http://einstellung.so36.net/en
in French: http://einstellung.so36.net/fr
in Spanisch: http://einstellung.so36.net/es
in Italien: http://einstellung.so36.net/it
in Polish: http://einstellung.so36.net/pl.

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Jetzt veröffentlicht: Die vollständige Grußbotschaft von Oliver R.

English version

Auszug:

Für uns „hat sich der einfallsfreudige Analystlnnenstab von BKA und Bundesanwaltschaft … noch ein spezielles Bonbon aufgespart: Wir sollen schon vor 2001 militant unterwegs gewesen sein, genau gesagt seit dem Jahre 1995 (!), was im vergangenen Jahrtausend gewesen sein muss. Damals, so die amtlichen Rechercheurlnnen, sollen wir uns mit wechselnden Gruppennamen geschmückt haben. Ja, wie listig von uns aber auch. Ach so, aus den 25 Anschlägen [zu denen sich die militante guppe bekannt hat, delete129a] werden dann 38. D.h. an uns sollen 12 Jahre militante Politik in Berlin und Umgebung juristisch aufgearbeitet werden.“

Vollständiger Text:

Liebe Genossinnen und Freundinnen,

ich möchte euch als § 129 a -Gefangener im MG-Verfahren solidarische und kämpferische Grüße aus dem maroden und völlig abrissreifen Moabiter Knast übermitteln.

Unsere gute, alte, aber abstrakte Parole “Reißt die Mauern aller Knäste und Zwangsanstalten ein!“ ist mir bereits nach fünfminütigen Aufenthalt in meinem 7 qm2 –“Luxusquartier“ voll bewusst geworden. Nichts lieber als das!

Wie sich vermutlich herumgesprochen hat, wird Axel, Flori und mir sowie vier weiteren durch die Bundesanwaltschaft der sogenannte Vorwurf gemacht, Mitglieder der militanten gruppe (mg) zu sein.

Diese Gruppe revolutionärer Linker hat sich laut Bundesanwaltschaft seit 2001 zu 25 militanten Angriffen politisch bekannt. Angriffsziele waren Einrichtungen und Fahrzeuge imperialistischer Kriegspolitik, des institutionalisierten Staatsrassismus, kapitalistischer Ausbeutung und des präventiven Sicherheitsstaats. Also “anschlagsrelevante Themen“, die wir alle kennen.
Allerdings hat sich der einfallsfreudige Analystlnnenstab von BKA und Bundesanwaltschaft für uns noch ein spezielles Bonbon aufgespart: Wir sollen schon vor 2001 militant unterwegs gewesen sein, genau gesagt seit dem Jahre 1995 (!), was im vergangenen Jahrtausend gewesen sein muss. Damals, so die amtlichen Rechercheurlnnen, sollen wir uns mit wechselnden Gruppennamen geschmückt haben. Ja, wie listig von uns aber auch. Ach so, aus den 25 Anschlägen werden dann 38. D.h. an uns sollen 12 Jahre militante Politik in Berlin und Umgebung juristisch aufgearbeitet werden.

Wenn der § 129 a durchkommt, und die Klassenjustiz wird sehr viel darin investieren, kommen für uns in der Addition locker bis zu 10 Jahre zusammen.
D.h. auch, dass ein zeitlich kaum zu überblickender politischer Prozess auf uns wartet. Wir alle werden viel Kraft, Zähigkeit und Ausdauer mitbringen müssen.

Wir sehen den Repressionsakt gegen uns und den zum Scheitern verurteilten Versuch, unsere revolutionäre Solidarität zu brechen, nicht losgelöst von der aktuellen Offensive des präventiven Sicherheitsstaates. Die Kriminalisierung vor und nach dem G8-Gipfel findet in unserem Fall ihre Fortsetzung.

Solidarität ist unteilbar! Der Blick ist daher auch noch über den eigenen Tellerrand zu weiten. EU-weit sind Linke aus unterschiedlichen Spektren zum Abschuss freigegeben.

Beispielhaft sind die Verhaftungswellen vom 12.2.07 in Italien gegen vermeintliche Mitglieder der kommunistischen Partei politisch-militärisch (PLP-m), die Massenkriminalisierung gegen über 100 Basisaktivisten in Bologna, der Staatsterror gegen Genossen der PCE (r)/ Grapo und die baskische Unabhängigkeitsbewegung im spanischen Staat, oder die Verfolgung von militanten anarchistischen Zusammenhängen in Griechenland zu nennen.

Das Thema staatliche Repression ist in vielen Teilen der EU für uns akut. Internationalistische Solidarität, auch wenn die ideologischen Differenzen manchmal nur punktuell sind, wird uns helfen, Schritte aus der Lethargie zu machen, und uns in Bewegung zu setzen!

Zum Abschluss möchte ich noch vielen solidarischen Freundinnen, Genossinnen und mir unbekannte Menschen für ihren Einsatz danken. Vor allem auch unseren Angehörigen, die mit der Situation konfrontiert und den Schikanen des BKA ausgesetzt sind, was ihnen viel Kraft raubt, sie aber auch bestärkt, uns beizustehen.

Ein herzliches Dankeschön geht an das Berliner Soli-Bündnis, das für eine breite Unterstützung sorgen konnte. Ein ganz großer Dank geht natürlich auch an die Anti-Repressionsstrukturen, an die Rote Hilfe, das Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen, an die Genossinnen vom anarchist black cross (ABC), an die Rote Hilfe International, aus der Schweiz und Belgien.

Für ein inniges unzerreißbares Band zwischen drinnen und draußen. Wir werden einen klaren Kopf und ein heißes Herz behalten, ihr hoffentlich auch. Ich danke euch für alles!

Olli, §129a-Gefangener im mg-Verfahren

, 08.10.2007

(Quelle:
http://einstellung.so36.net/de/390
)

Nachbemerkung von delete129a:
Siehe auch bereits unseren Beitrag
Grußbotschaften von Oliver R. und Florian L.

► Zur Repression gegen vermeintliche Mitglieder der Politisch – Militärisch Kommunistischen Partei in Italien siehe http://www.aufbau.org/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=55&Itemid=95 und http://www.aufbau.org/index.php?option=com_content&task=view&id=167&Itemid=21
► zu PCE(r) und GRAPO in Spanien: http://www.antorcha.org/ und http://delete129a.blogsport.de/2007/09/30/pcer-spanien-wir-sind-fuer-eine-breite-offene-politische-arbeit-einschliesslich-aller-legalen-moeglichkeiten-die-es-geben-kann/
► zur jüngsten (noch nach der Grußbotschaft von Oliver) Entwicklung in Bezug auf die baskische Unabhängigkeitsbewegung: http://de.indymedia.org/2007/10/196115.shtm.

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Grußbotschaften von Oliver R. und Florian L.

Bei der Demonstration gegen Datenvorratsspeicherung am 22.9. wurde eine Grußbotschaft von Oliver R. und bei der Veranstaltung am 30.9. in der „Volksbühne“ in Berlin eine Grußbotschaft von Florian L. verlesen.

1. Grußbotschaft von Florian L.: Gemeinsam für die Abschaffung des § 129a

Liebe FreundInnen und GenossInnen, liebe Angehörige und UnterstützerInnen,

als Gefangener im 129a-Verfahren wegen Mitgliedschaft in der mg möchte ich euch auf diesem Weg Grüße ausrichten und mich für die bisherige Solidarität und Unterstützung bedanken. Meinen Angehörigen wünsche ich weiterhin viel Kraft und unseren UnterstützerInnen viel Ausdauer und Kreativität im gemeinsamen Kampf um die Abschaffung des § 129a. Uns wird die versuchte Brandstiftung auf Bundeswehrfahrzeuge vorgeworfen, und sie nennen es Terrorismus. Grund genug für die verantwortlichen Behörden uns unter Sonderhaftbedingungen zu halten. Das bedeutet 23 Stunden Einzelhaft, 1 Stunde Hofgang allein oder mit höchstens zwei Mitgefangenen, schikanöse Zellendurchsuchungen, Rechtsanwaltsbesuche mit Trennscheibe. Ich nenne es Isolation. Es ist der Versuch uns zu brechen, uns unsere politische Identität zu nehmen.
Sämtliche Beschuldigte im laufenden Verfahren waren oder sind einer umfassenden Bespitzelung durch das BKA ausgesetzt. Ich sehe es als Testlauf, diese Maßnahme auf immer breitere Teile der Bevölkerung zu übertragen. In dem Ausbau des Überwachungsstaates werden weitere Voraussetzungen geschaffen, den 129a immer hemmungsloser anzuwenden. Deshalb müssen wir uns jetzt gemeinsam dagegen wehren. Für die sofortige Einstellung der 129a-Verfahren; gemeinsam gegen Isolation, Überwachung und Kriminalisierung.

Florian L.

(Quelle:
http://www.freie-radios.net/mp3/20070930-istjetztal-18993.mp3
;
Abschrift: delete129a;
weitere Audio-Mitschnitte von der Volksbühnen-Veranstaltung:
http://delete129a.blogsport.de/2007/09/30/presseberichterstattung-zur-volksbuehnen-veranstaltung/
, Nr. 4)

Nachtrag v. 8.10.2007:
Vgl. jetzt auch die Fassung unter:
http://einstellung.so36.net/de/389
.


2. Grußbotschaft von Oliver R.: Nachgeschobene Vorwürfe bezüglich Anschlägen in de Jahren 1995 bis 2001

NEU /NEW: Vollständiger Text; the entire text in English

a) Zusammenfassung 1

[…]. Der antikapitalistischen Block war durch ein geschlossenes kämpferisches Auftreten, unzählige zusammengeknotete Transparente, einige Vermummte und lautstarke Parolen wie „wir sind alle 129a“ oder „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ gekennzeichnet. […]. In Redebeiträgen wurden mehrfach auf die aktuellen Repression im Zusammenhang mit der „militanten gruppe“ eingegangen und sich mit den Gefangenen RevolutionärInnen solidarisiert. Eine Grusswort von Olli, der im Zusammenhang mit diesem Verfahren in Moabit in Untersuchungshaft sitzt, wurde verlesen. Er bedankte sich darin für die geleistete Unterstützungsarbeit und setze die Repression gegen ihn in den Zusammenhang mit europaweiter Repression gegen radikale Linke, wie zum Beispiel der Repression gegen vermeintliche Mitglieder der Politisch – Militärisch Kommunistischen Partei in Italien oder dem grün-anarchistischen Gefangenen Marco Carmisch in der Schweiz. […].

(Quelle:
http://de.indymedia.org/2007/09/195364.shtml
; Abschnitt „Ready? Action!“)


Nachbemerkung delete129a:

Zur Repression gegen vermeintliche Mitglieder der Politisch – Militärisch Kommunistischen Partei in Italien siehe http://www.aufbau.org/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=55&Itemid=95 und http://www.aufbau.org/index.php?option=com_content&task=view&id=167&Itemid=21 zu Marco Carmenisch (!): http://de.indymedia.org/2007/09/194681.shtml.

b) Zusammenfassung 2

Rumpelstilzchen 22.09.2007 – 23:27

Auf dem antikapitalistischen Block des kein- Friede- Bündnis gab es auf dem Hinweg eine Grußbotschaft von Olli, einem der Inhaftierten im mg-Verfahren. Er bedankte sich ausdrücklich für die Solidarität aller Spektren; von der in die gesellschaftliche Breite hineinwirkenden Ag, die am 30.9. eine Großveranstaltung in der Berliner Volksbühne macht, bis hin zum network for Political prisoners und der rhi. Er geht davon aus, daß es noch ein langer Kampf sein wird, bis der § 129a- Vorwurf eingestellt sein wird. Ihnen werden jetzt auch Anschläge von 1995 bis 2001 unter wechselnden Namen vorgeworfen. Es geht also gegen die militante radikale Linke in Berlin insgesamt. Achtet auf mögliche Veröffentlichungen dieses Beitrags z.B. in www.einstellung.so36.net , oder delete.129a blogsport, von denen ich die genaue Internetadresse jetzt nicht parat habe.

(Quelle:
http://de.indymedia.org/2007/09/194939.shtml
; vgl.
http://political-prisoners.net/home.php?id=464&lang=de&action=news)

Nachtrag vom 8.10.2007:
Vollständige Fassung jetzt unter:
http://delete129a.blogsport.de/2007/10/08/jetzt-veroeffentlicht-die-die-vollstaendige-grussbotschaft-von-oliver-r/

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